Antivirus-Lösungen für Mac (Teil 3): Norton Security 2018

zu Teil 1: Antivirus-Lösungen für Mac im Überblick
zu Teil 2: Kaspersky Internet Security 2018
zu Teil 4: Fazit

Norton Security von Symantec für Mac liegt aktuell in der Version 7.7 vor.

Bereits von einigen Jahren war bei uns für 12 Monate die damalige Lösung, Internet Security, im Einsatz. Diese überzeugte aber in Handhabung und Performance nicht. Die aktuelle Version spielt in einer anderen Liga.

Vorab: Wie auch beim Test von Kaspersky konnten wir die Leistung bei der Virenerkennung nicht prüfen, hier sei auf die einschlägigen professionellen Review-Seiten verwiesen. Stattdessen gingen wir (siehe auch Teil 1) davon aus, dass die Sicherheitsfunktionen im oberen Bereich liegen und gewährleistet sind, und haben uns daher auf Faktoren wie Handling, Bedienbarkeit und Systemperformance konzentriert.

Installation

Die Erstinstallation ging relativ problemlos von statten. Zum Problem wurde dann jedoch dass die Testversion abgelaufen war und sich nicht mit einer, zwischenzeitlich erworbenen, Volllizenz upgraden ließ. Der Chat-Support von Symantec zeigte sich dann von einer gänzlich unangenehmen Seite und übernahm, ohne konkrete Nachfrage vorher, einfach die Steuerung des Macs und begann mit der ungefragten Deinstallation der Testversion. Dies abzubrechen gestaltete sich schwierig, nach einigem hektischen Eingreifen in die Mausbedienung konnte wir aber in das Chat-Fenster „STOP“ tippen und den Eingriff beenden.

Privatsphäre-Bedenken konnte oder wollte der Chat-Supporter nicht nachvollziehen, erklärte dann aber doch wie sich das Produkt deinstallieren lies.

Diese Episode zeigte zwei Dinge recht frühzeitig: Das Norton-Produkt gräbt sich (zu) tief ins System, und Symantec bevormundet seine Anwender gerne. Hierzu später noch mehr.

Nach der Deinstallation musste die Vollversion neu installiert werden, dann konnte auch der Lizenzschlüssel eingetragen werden.

Erster Start

Nach der Installation findet sich das Norton-Symbol in der Menüleiste des Mac:

Die Anzahl von Menüeinträgen hält sich sehr in Grenzen. Der Hauptbildschirm wird über „Norton Security öffnen“ aufgerufen und präsentiert sich ebenfalls recht aufgeräumt:

Hier ist auf einen Blick erkennbar ob der Computer geschützt ist oder ob es empfohlene Maßnahmen gibt den Schutz zu verbessern.

Ebenso kann von hier aus ein direkter Scan des Rechners gestartet werden.

Einstellungen

Über „Erweitert“ im Hauptbildschirm gelangt man in die Einstellungen des Programms:

Norton Safe Web

Norton Safe Web ist eine Browser-Erweiterung die vor möglicherweise gefährlichen Websites warnt und so Schutz vor bösartigen Aktivitäten bietet.

Wenn das Plugin installiert wurde ist es in den Einstellungen des Browsers zu finden, hier am Beispiel Safari:

Automatische Scans

Was bei Kaspersky „Datei-Anti-Virus“ heißt nennt sich bei Norton „Automatische Scans“. Gemeint ist jeweils der Echtzeitscan von Dateien bzw. Programmen wenn diese kopiert oder gestartet werden.

Wird eine befallene Datei vom Echtzeitscan erkannt erscheint eine Meldung in der Benachrichtigungsleiste des Mac:

Es erscheint kein Meldungsfenster das einem weitere Optionen anbietet (z.B. „Desinfizieren“ o.ä.). Trotz mehrfacher Versuche mit geänderten Einstellungen, u.a. der (De-)Aktivierung des „Silent-Mode“ ließ sich daran nichts ändern.

Ist man schnell genug auf die Benachrichtigung zu klicken gelangt man in den Sicherheitsverlauf und kann prüfen was genau vorgefallen ist:

Das umfangreiche Protokoll kann auch später über den Hauptbildschirm und Erweitert – Aktivität – Sicherheitsverlauf aufgerufen werden.

Anwendungsblocker

Im Gegensatz zur Lösung von Kaspersky bringt Norton Internet Security einen Anwendungsblocker mit. Ähnlich zur bekannten Tool LittleSnitch warnt die Lösung wenn Programme auf das Internet zugreifen, und hilft so Übeltäter zu entdecken die sich eingeschlichen haben. Während LittleSnitch als spezialisierte Lösung umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten bietet konzentriert sich der Anwendungsblocker in Norton aber auf die Basics, und das ist hier eher als positiv zu sehen.

Wenn ein Programm erstmalig auf das Internet zugreifen will erscheint folgende Meldung:

Hier kann nun „Blockieren“ oder „Zulassen“ ausgewählt werden, sowie die Checkbox „Für diese Anwendung nicht mehr fragen“ wenn man sich sicher ist das Zugriff permanent erlaubt (oder nicht erlaubt) sein soll. Das war’s, sweet and simple.

In den Einstellungen kann überprüft werden welche Programme bereits erlaubt oder blockiert wurden, und die Voreinstellung kann hier nochmal verändert werden:

Ob dieser einfache Ansatz einem persönlich im Gegensatz zur Speziallösung LittleSnitch ausreicht muss jeder selbst beantworten. Uns reichte die Funktionalität und sie spart den Kauf und das Updaten einer separaten Lösung.

Nervige Erinnerungen

Eine der Eigenschaften die man mit der Frühzeit von Windows-Programmen sowie den großen Playern auf dem Markt wie z.B. Adobe auch heute noch verbindet ist die Eigenart, den Anwender bei jeder Gelegenheit an etwas „zu erinnern“. Norton Internet Security ist darin besonders ausgeprägt. Es wird an die fehlende Registrierung, ein noch nicht installiertes Plugin etc. erinnert. Zusätzlich kommen noch E-Mails mit „der Bitte“, an Kundenzufriedenheitsbefragungen teilzunehmen. Hier ein kleiner, nicht repräsentativer Auszug von Meldungen:

Uns haben die Meldungen irgendwann nur noch genervt und den Eindruck vermittelt, dass Symantec nimmt seine Anwender entweder nicht ernst nimmt oder gerne bevormundet. Hierfür gab es deutliche Abzüge bei der Bewertung. Nicht falsch verstehen: Erinnerungen an essentielle Sicherheitseinstellungen sind wichtig, Registrierung oder Zufriedenheitsbefragungen aber eher weniger.

Bewertung

Positiv:

  • Sehr aufgeräumte und verständliche Oberfläche.
  • Anwendungsblocker der auch ausgehende Datenverbindungen überwacht.
  • Geringe Systemlast.

Negativ:

  • Sehr nervige/penetrante Erinnerungen für alles mögliche – mehr Benutzereingriffe notwendig als bei Kaspersky.
  • Kein Webcam-Schutz.
  • Unterschiedliche lokale Benutzer auf dem Mac werden nicht getrennt behandelt – Logeinträge beinhalten alle Benutzer.
  • Umwandlung zur registrierten Version war mit der Testversion nicht möglich – umständliche De- und Neuinstallation notwendig.

Fazit: Aufgeräumte Lösung die dank Zwei-Wege-Firewall auch LittleSnitch ersetzen kann. Größtes Manko ist die ständige Störung des Nutzers durch Erinnerungen jeglicher Art.

Die Registrierungsfunktion ist zu umständlich und machte eine Neuinstallation notwendig, das sollte nicht notwendig sein. Insgesamt erinnert das Norton-Produkt, obwohl für den Mac, an die schlechten Seiten von Windows-Produkten: Bevormundung des Nutzers und Installationsdateien die sich tief ins System graben.

zu Teil 4: Fazit

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